„Machen Sie mal unsere Teams besser!“

Team Productivity Header

Eine Untersuchung zur Prozessverbesserung.

Wann immer mich ein angehender Kunde dazu einlädt, seine „Teams zu verbessern“, beginne ich im Gespräch Hindernisse herauszuarbeiten und Prozesse zu hinterfragen. Manche Auftraggeber zeigen sich dann irritiert und bestehen darauf, man müsse es „erstmal den Leuten richtig beibringen“, die Prozesse seien halt wie sie sind, und eine Optimierung dort käme später in Frage – wenn überhaupt.

Man könnte hier vortrefflich über die Frage des Menschenbildes diskutieren, sich über Auftragsklärung auseinander setzen oder detailliert herausarbeiten, was „verbessern“ in dem Fall eigentlich genau bedeutet. Darum soll es aber in diesem Artikel nicht gehen. Ich will mich auf die Frage konzentrieren, wie sich unterschiedliche Prozessqualität im Vergleich zu unterschiedlicher individueller Qualität verhält.

Ich habe dazu kürzlich die Ergebnisse des Name Game genauer untersucht, einer Übung, die ich in den letzten Jahren in meinen agilen Trainings eingesetzt habe. Es handelt sich um eine Variante von Henrik Knibergs ‚Multitasking Name Game‘. In drei Runden mit zunehmend mehr Hindernissen schreiben die Teilnehmer einfache Wörter auf, und ich messe dabei die unterschiedliche Geschwindigkeit der Fertigstellung des jeweils schnellsten und langsamsten Teilnehmers.

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Innere Antreiber: Ich sollte…

Eine Übung zu den Antreibern der Transaktionsanalyse.

Auf dem Kölner Scrumtisch am 18.07.2018 habe ich in einer Session eine Übung aus der Transaktionsanalyse durchgeführt. Die Übung habe ich selbst auf dem Agile Coach Camp 2018 unter dem Namen „Ich sollte…“ kennengelernt. Sie besteht aus zwei Teilen und verläuft wie folgt:

Die Teilnehmer finden sich in Zweiergruppen zusammen, und bekommen einen Augenblick in Ruhe, um sich ihrer Verpflichtungen gewahr werden, die sie spüren, mit sich herum tragen, auf dem sprichwörtlichen Zettel haben, oder die Ihnen gerade einfach durch den Kopf kreisen.

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TrustTemenos Leadership Academy

An experience report.

In the last months, from January to July 2018, I took part in the TrustTemenos Leadership Academy, held and developed by Olaf Lewitz, Christine Neidhardt and Scott Downs. The academy timescale is build around four weekends to meet in person every other month, and a weekly videocall of one hour. The agenda is based on the Temenos Concept going back to Siraj Sirajuddin. „Temenos“ is a greek word for the innermost part of a temple and by that stands for a safe space.

The TrustTemenos consist of four steps, which are represented by one of the in-person weekends in the academy. In the first step we begin to understand where we come from and what has brought us here, using an influence map. After that we clearify the present and it´s time to make clean slate with ourselfs. In the third step we formulate our personal vision to understand where we want to go and what we need to do. While everything until here had the goal to deeply reflect on ourselfs, the last step opens the stage to show up as a leader, by contributing actively with own prepared content to the agenda of the weekend.

I took part in that academy to become more aware of my strengths and weaknesses when taking over leadership. I wanted to understand what effect I already have on others and where I can unleash more potential. Also, in early 2018 I found myself a little bit stuck in self development as an experience Agile Coach that is somewhat established in the market since several years now, and I felt it was time for a new challenge. „TrustTemenos Leadership Academy“ weiterlesen

Open Space Facilitation auf dem Agile Coach Camp 2018

Ein Erlebnisbericht.

Am vergangenen Wochenende fand wieder einmal das deutsche Agile Coach Camp (#accde) statt. Neben der Tatsache, dass man dort viele interessante Menschen kennenlernen und sich mit ihnen über diverse spannende Themen austauschen kann, ist es auch immer ein guter Ort, um neue Dinge auszuprobieren oder etwas zu wagen.

Für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, das Wagnis einzugehen, die Open Space Facilitation für den ersten Tag zu übernehmen. Mit der Erfahrung aus vielen moderierten Open Spaces bei Agile Cologne, Scrumtisch oder anderen Gelegenheiten, bestand das Wagnis weniger in der Moderation an sich, als in dem Ziel, in der Moderation Ruhe und Ernsthaftigkeit zu vermitteln, und damit einen Gegenpol zu der Ausgelassenheit und den Verrücktheiten zu setzen, die auf dem Coach Camp sonst so präsent sind.

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Agile Codenames

Seit ich das Gesellschaftsspiel ‚Codenames‘ das erste mal gespielt habe, ging mir die Idee nicht mehr aus dem Kopf, eine Variante davon für die agile Community zu entwickeln.

In ‚Codenames‘ spielen zwei Gruppen gegeneinander auf einem Spielfeld, das aus 25 im Quadrat ausgelegten Kärtchen mit jeweils einem Begriff besteht. Jede Gruppe bestimmt einen Spielführer. Die beiden Spielführer teilen sich zusätzlich eine Miniaturausgabe des Spielplans, die ihnen verrät, welche Begriffe der eigenen Mannschaft gehören, welche den Gegnern, und welche neutral sind. Der Rest der beiden Teams erhält diese Informationen nicht. Die Miniaturausgabe ist im Titelbild gut zu sehen.

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Name Game

Eine Übung über den Mythos von Multitasking.

In meinen Trainings nutze ich gerne eine Variante des ‚Multitasking Name Game‘ von Henrik Kniberg, um aufzuzeigen, wie hinderlich Multitasking eigentlich ist. Die Übung zeigt sehr schön, dass das gleichzeitige Erledigen verschiedener Dinge die Zeit zur Umsetzung erheblich verlängert. Im Unterschied zum Original verwende ich Wörter statt Namen, daher nenne ich es oft auch ‚Word Game‘.

In der Variante, die ich nutze, schreibt jeder Teilnehmer für sich in drei Runden nacheinander jeweils 2 zuvor gemeinsam mit der Gruppe gewählte Wörter in 2 verschiedenen Farben auf Papier. Dazu erhält jeder Teilnehmer Papier und 2 verschiedenfarbige Filzstifte. (Es müssen Stifte mit Kappe sein!)

In der ersten Runde werden die Wörter ohne Einschränkung aufgeschrieben, also zuerst das 1. Wort in der einen Farbe, dann das 2. Wort in der zweiten Farbe. Diese Runde ist meist nach wenigen Sekunden von allen abgeschlossen.

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Open Space

Eine Methodenbeschreibung.

Die Möglichkeiten für mehr Beteiligung und Mitbestimmung im Arbeitsumfeld sind sehr breit gefächert. Heute will ich mal Open Space als Format für Konferenzen erläutern, weil ich selbst in letzter Zeit einige Open Spaces veranstaltet habe, darunter die Agile Cologne.

Klassischerweise haben Konferenzen ein vorab definiertes Programm, also eine ganze Reihe von Vorträgen, die vom Veranstalter im Vorfeld gesammelt, bewertet und fest in die Agenda eingebaut werden. Meist steht dabei ein gewisses Themenspektrum im Vordergrund, welches von den diversen Rednern in ihren Sessions aus unterschiedlichen Richtungen beleuchtet werden soll, um so den Besuchern einen möglichst breiten Überblick zum Hauptthema zu geben. Die einzelnen Vorträge folgen dabei üblicherweise einer linearen Argumentationskette und übermitteln die im Voraus erarbeiteten Erkenntnisse des Redners. Am Ende gibt es meist noch die Gelegenheit für Fragen. Mehr Beteiligung ist nicht vorgesehen.

Eine Open-Space-Konferenz läuft vollkommen anders ab. „Open Space“ weiterlesen

Agile Werte

Ein Erlebnisbericht.

Auf dem Scrumtisch Köln am vergangenen Mittwoch (15.01.2014) hatte ich aus Neugier die Frage an die User Group gestellt, welche agilen Werte wohl die wichtigsten wären, bzw. den Teilnehmer der Gruppe am meisten bedeuteten. Das Interesse und die Bereitschaft zum mitmachen war unerwartet groß, und so ergab sich die Gelegenheit ein Stimmungsbild der gesamten Gruppe von immerhin 18 Teilnehmern zu erstellen.

Zunächst haben wir gemeinsam Werte gesammelt, über die wir dann im Anschluss per Dot-Voting abgestimmt haben. Dabei kamen folgende Werte zusammen, zunächst in der Reihenfolge ihrer Nennung: „Agile Werte“ weiterlesen

Society 21

Ein Aufruf.

Unsere Gesellschaft ist im Wandel.
War das vergangene Jahrhundert noch geprägt von klar hierarchisch organisierten Massenbetrieben der Stahl- und Automobilindustrie, fossilen Brennstoffen sowie uneingeschränkter Autorität von Obrigkeiten wie Staat und Kirche, so finden wir heute immer mehr Indizien einer zunehmenden Demokratisierung, mehr Mitbestimmung Einzelner und Verteilung von Ressourcen und Verantwortung.

Einige Bereiche sind da bereits sehr weit vorangeschritten, wie moderne internetnahe Unternehmen, oder die Liberalisierung von Versorgungsmärkten wie Telefon, Strom und Bahnverkehr zeigen, während in anderen ein Prozess des Umdenkens noch nicht einmal angestoßen wurde. Da bleibt es nicht aus, dass es immer wieder knirscht, wenn der Sand des Widerstands in das Getriebe des Fortschritts gerät. „Society 21“ weiterlesen

Agile Day auf der JAX 2012

Ein Erlebnisbericht.

Heute war ich auf dem Agile Day auf der JAX 2012 und will ein wenig davon berichten.

Der erste Talk war “Time to market” von Stephan Schmidt (brands4friends), mit einem erweiterten Fokus auf den gesamten Zyklus der Produkt Entwicklung und nicht nur auf den Teil der eigentlichen Software Entwicklung.

Zentrale Erkenntnis war, dass viele Projekte eine schlechte Time-to-Market haben, weil gerade in der Ideen- und Planungsphase kaum auf Effizienz geachtet wird, dabei ungetrackt viel Zeit des Projekts vertan wird, während sich aber alle Maßnahmen zur Effizienzsteigerung ausschließlich auf den Bereich der Software Entwicklung konzentrieren.  „Agile Day auf der JAX 2012“ weiterlesen